Der Internet-Reiseführer "Mexico erleben". Herausgeber: Web Travel Guide
5.September 2010  






Geographie


Übersicht

Das Relief
Die Landschaftdräume
Die Flüsse
Die Regionen

Der offizielle Name Mexikos lautet Estados Unidos Mexicanos. Geographisch gehören bis auf die Halbinsel Yucatán und das Hochland von Chiapas alle Teile zu Nordamerika, auch wenn Mexiko (wegen seiner wirtschaftlichen Entwicklung) meist als mittelamerikanischer Staat gesehen wird. Das Land hat eine Fläche von 1.958.301 km². Im Vergleich zu den nördlichen Nachbarn USA und Kananda erscheint Mexiko auf der Karte zwar recht klein, es besitzt aber immerhin etwa fünfeinhalb mal die Fläche Deutschlands. Die geographische Lage, 14°14' bis 32°42' nördlicher Breite und 88°48' bis 117°7' westlicher Länge, entspricht nach den Breitengraden etwa dem nördlichen Afrika. Die Dimensionen des Landes sollte man nicht unterschätzen, beträgt die größte Nord-Süd-Ausdehnung doch immerhin etwa 1500km, in Ost-West-Richtung fast 2000km, und von der Grenze zwischen den USA und Baja California bis ans Südende Yucatáns sind es sogar über 3000km. Die engste Stelle, der Isthmus von Tehuantepec misst nur 220km Breite bei einer maximalen Höhe von 250m über dem Meeresspiegel. Durch die Mitte des Landes verläuft der nördliche Wendekreis (23,5°).
Das Land, das den Südteil des nordamerikanische Kontinents bedeckt, wird im Westen vom Pazifik, im Osten vom Golf von Mexiko und vom Karibischen Meer begrenzt. Am Pazifik erstreckt sich die Küste über eine Länge von 7335 km, entlang des Atlantik sind es 2805 km.
Das Relief Mexikos ist durch Gebirgsfaltung, Bruchbildung und starken (teilweise auch heute noch aktiven) Vulkanismus entstanden. Die dadurch geformte Oberfläche hat sehr unterschiedliche Naturräume hervorgebracht.

Das Relief:

Mehrere Gebirge durchziehen das Land, weshalb mehr als die Hälfte Mexikos in Höhen von mehr als 1000 Metern liegt. Die Sierra Madre Occidental, entlang der Westküste, und die Sierra Madre Oriental, entlang der Golfküste, fallen steil zum Meer hin ab und vereinigen sich in der Sierra Neovolcanico, einer auch heute noch aktiven vulkanischen Zone. Zwischen diesen beiden Cordilleren liegen das zentrale Hochland Mexikos (ein Hochplateau) und weiter nördlich die Sierra del Norte. Im Süden schließt an die Sierra Neovolcanico, die eine durch die vulkanischen Ablagerungen sehr fruchtbare Beckenlandschaft ist, die Sierra Madre del Sur an. Die flachste Stelle Mexikos ist der Isthmus von Tehuantepec, nur 200 km breit und maximal 350 Meter hoch. Südlich davon schließt sich wieder eine seismisch und vulkanisch sehr aktive Zone an: Das Hochland von Chiapas, ein Teil der Cordillera Centroamericana, liegt zwischen der Nord- und Mittelamerikanischen Platte. Die größte seismische Aktivität liegt im über 6000 Meter tiefen Mittelamerikagraben, der sich direkt vor der Pazifikküste Mexikos entlangzieht.
Mexikos höchste Berge sind der Pico de Orizaba (5639 Meter), der Popocatépetl (5452 Meter), und der Ixtaccihuatl (5286 Meter). Dagegen ist die gesamte Halbinsel Yucatán eine flache Ebene, die nicht mehr als 150 Meter, in der gesamten nördlichen Hälfte sogar nicht mehr als 40 Meter aus dem Meer herausragt.


Die Landschaftsräume:

Das mexikanische Hochland:
Den größten Teil des Landes nimmt das mexikanische Hochland ein, welches sich über den gesamten nördliche und mittleren Teil Mexikos erstreckt. Zwischen der Sierra Madre Occidental im Westen und der Sierra Madre Oriental im Osten steigt das Land von etwa 900 Metern bis auf eine Höhe von 3000 Metern an. Diese Hochebene gliedert sich in mehrere Becken, die von Bergketten und Schluchten begrenzt werden. Niederschläge erreichen diese Hochebene fast nur in der Regenzeit, in der sich dann die Täler zu reissenden Abflussbecken verwandeln.

Das nördliche Hochland:
Das Erscheinungsbild des nördlichen Hochlands wird hauptsächlich von breiten Senken geprägt, die teilweise keine Abfluss zum Meer haben wie die Bolsones Mapimí und San Luis Potosí. Das Gelände liegt in Höhenlagen zwischen 900 und 1200 Metern und ist von Sanddünen, Salzsteppen, teilweise auch Seen und Schwemmland bedeckt. In dieser Gegend hat man viele Bodenschätze wie Gold, Silber, Blei, Zink, Quecksilber, Kohle, Eisen und Ölschiefer gefunden. Zum Abtransport der Rohstoffe dienen Strassen und Bahnlinien, die die Bergketten durchschneiden und eine Verbindung zu den Handelszentren in Mexiko und den USA herstellen. Eine Reihe von Flüssen entspringt in der Sierra Madre Occidental (Conchos, Nazas, Aguanaval ...), die durch Verdunstung und Bewässerung aber bereits viel von ihrer Wassermenge verlieren.

Das südliche Hochland:
Auch das südliche Hochland besteht aus grossen Talbecken, die durch Bergketten und Vulkangipfeln voneinander getrennt werden. Da einige dieser Becken, die sich in Höhen von etwa 1500 bis 2600 Metern befinden, keinen Abfluss besitzen, haben sich Seen, Sümfe und heisse Quellen gebildet. Die grössten Seen sind der Chapala, Cuitzeo und Pátzcuaro, bekannte Talbecken die von Toluca, Mexiko und Puebla. Drei grosse Flusssyteme entwässern ins Meer: Mezcala-Balsas aus dem Puebla-Becken, aus dem Gebiet westlich von Mexiko der Rio Lerma-Rio Grande de Santiago und Moctezuma-Pánuco aus dem Mexiko-Becken. Das Land ist teilweise sehr fruchtbar und war schon in vorspanischer Zeit stark bevölkert.

Der Vulkangürtel (Sierra Neovolcanico):

In der Mitte des Landes zieht sich eine Vulkankette von der Pazifikküste zum Golf von Mexiko und trennt den nördlichen Teil vom südlichen. Die höchsten Gipfel des Landes befinden sich in diesem Gebiet: Der Pico de Orizaba (5700m NN), der Popocatépetl (5452 m NN), der Iztaccíhuatl (5286 m NN), der Nevado de Toluca (4575 m NN) und der Matlalcuéyetl (4461 m NN). Durch Erosion ist vor allem die Südseite dieser Bergkette stark zerklüftet.

Sierra Madre Occidental (westliche S.M.):

Die Sierra Madre Occidental hat eine Länge von 1100 km und eine Breite von etwa 160 km. Sie erstreckt sich von Nord-West nach Süd-Ost in Höhenlagen zwischen 1800 und 3000 Metern. Ledigliche zwei grossen Strassenverbindungen und eine Eisenbahnlinie führen über diese natürliche Barriere und verbinden das Hochland mit der Ebene von Sonora. Die Flüsse, die in diesem Gebirge entspringen, dienen zum Teil der Bewässerung des Hochlandes, auf der westlichen Seite fliessen sie in den Pazifik.

Sierra Madre Oriental (östliche S.M.):
Die Sierra Madre Oriental erhebt sich aus einer relativ niedrigen Hügelkette im Gebiet des Rio Grande, steigt aber südlich von Monterey auch bis in Höhen von 2100 bis 3000 Metern auf.

Nordpazifische Region:
Festland:
Die Nordpazifikregion umfasst neben der Halbinsel Baja California die Ebene von Sonora bis an die Grenze zu den USA. Diese Gegend, die von leichten Bergketten und flachen, breiten Tälern geprägt wird, entstand im mittleren und späten Terziär. Der Küstenstreifen ist meist gerade und flach, an einigen Stellen findet man auch von Felsen umgebene Buchten und Lagunen. Die wichtigsten Flüsse sind der Río Sonora und der Río Colorado. Der Süden des Landes ist fruchtbarer als der Norden, hier wir Obst, Gemüse, Zuckerrohr, Baumwolle, Weizen und Reis angebaut. Im Nordosten dominiert der Kupferbergbau.

Halbinsel Baja California:
In der Kreidezeit und dem Terziär entstand diese 1250 km lange und nur 90 km breite Formation. Die Halbinsel wird aus einer Bergkette gebildet, deren Gipfel im Durchschnitt 1500 m hoch sind, einige aber auch über 3000 Meter. Neben einigen Hochebenen findet man auch an der Küste mehrere flache und breite Streifen. Das ganze Gebiet ist sehr trocken. Die Küsten verfügen über viele Buchten.

Golfküste:
Golfküste:
Entlang der Küste des Golf von Mexiko erstreckt sich meist flacher, teilweise von leichten Hügeln geprägter Landstrich, der Höhenlagen von 200 m NN kaum überschreitet. Von einer breiten Ebene im Norden verengt sich dieser Landschaftsraum richtung Süden allmählich durch die Ausläufer der Sierra Madre Oriental bis auf eine maximale Breite von etwa 15 km im Bundesstaat Veracruz. Lagunen und Sümpfe (besonders in den Mündungsgebieten der Flüsse), aber auch lange Strände und Sandbänke bestimmen das Küstenbild. Die Golfküste besitzt, da es kaum felsige Abschnitte gibt, kaum natürliche Häfen. Als Hafen hatten nur Flussmündungen Bedeutung, wo dann auch die größeren Städte entstanden.

Halbinsel Yucatan:
Eine der geologsch jüngsten Regionen Mexikos ist die Halbinsel Yucatan, welche im Miozän entstand. Sie hat eine maximale Breite von 450 km und eine Länge von etwa 600 km. Der größte Teil des Landes ragt kaum 30 m aus dem Wasser heraus, nur in der Mitte - an der Grenze zu Guatemala - erreichen einige Hügel knapp 150 Meter. Die vom Urwald überwucherte Halbinsel besteht aus einer riesigen Kalsteinplatte. Die Tatsache, dass es praktisch keine Flüsse gibt, begründet sich dadurch, dass die Nierderschläge schnell im porösen Kalkgestein versickern. Im Laufe der Jahrtausende haben sie Höhlen und unterirdische Flusssysteme geschaffen. An einigen Stellen brach die Höhlendecke ein - die auf diese Weise entstandenen Wasserlöcher werden Cenotes genannt und dienten der Urbevölkerung als Quellen, weshalb auch die meisten Mayastädte an Cenotes zu finden sind. Während die Golfküste Yucatans noch weitgehend von Sandbänken, Lagungen und Mangrovensümpfen bestimmt wird, finden sich auf der karibischen Ostseite einige Korallenriffe.

Südmexiko
Das südliche Mexiko umfasst das Gebiet unterhalb des Vulkangürtel bis an die Grenze zu Guatemala, eine 1500 km lange und etwa 350 km breite gebirgige Region.

Hochland von Chiapas:
Der größte Teil des Hochland von Chiapas liegt in Höhen von knapp 2000 Metern, schon kurz nach der Küste (40 km) werden Höhen von 1500 Metern erreicht. Die Hauptgipfel überragen die 3000-Meter-Grenze (Vulkan Tacana: 4093 m). Zwischen zwei großen Gebirgszügen liegt ein Hochplateau mit dem Presa La Angostura. Bis vor einigen Jahrzehnten war das Hochland eine wegen fehlender Verkehrswege kaum zugängliche Region .

Isthmo de Tehuantepec:
Zwische Hochland von Chiapas und Sierra Madre del Sur befindet sich diese Landenege, die an ihrer schmalsten Stelle nur 225 km breit und kaum über 200 m hoch ist. Durch dieses leicht hüglige Land, das die Verbindung zwischen zwei hohen Gebirgen darstellt, wollte man schon seit Jahrhundeten einen Kanal bauen, um eine Verbindung zwischen Pazifik und Atlantik herzustellen. Umgesetz wurde dieser Plan bis jetzt allerdings nicht.

Sierra Madre del Sur:
Die Sierra Madre del Sur ist ein System aus weitgehend über 2000 m hohen Gebirgskämmen, die wiederum von tiefen und schmalen Tälern durchschnitten werden. Im Süden grenzt die Sierra an den Istmo de Tehuantepec, im Norden schließt sie an die Talebene des Rio Balsas und endet schließlich am Vulkangürtel. In dieser gebirgigen Landschaft finden sich praktisch keine ebenen Flächen. Auch heute ist die Erschließung des Gebietes (zum Glück) teilweise noch schlecht: Nur wenige Strassen überqueren die Berge, eine Eisenbahnlinie gibt es gar nicht. Durch dise Abgeschiedenheit konnten sich einige Indianerstämme ihre alten Kulturen bewahren.

Flüsse
Die meisten Flüsse Mexikos sind sehr kurz und fließen auf direktem Weg in den Pazifik oder Golf von Mexiko. Darüberhinaus sind die Wassermenge innerhalb des Landes sehr ungleich verteilt. Die südlichen Staaten sind durch das tropisch-feuchte Klima ausreichend versorgt, der Norden hingegen ist weitgehend trocken und selbst der mit 2800 km längste Fluß des Landes, der Rio Bravo (Grenzfluß zwischen Mexiko und den USA, dort Rio Grande genannt) führt sehr wenig Wasser. Entsprechend wenige große Seen gibt es. Die größten sind Chapala, Pátzcauro und Cuitzeo. Wasser ist im Norden des Landes sehr kostbar.



Regionen:


Grafik 1: Die Regionen Mexikos:
Quelle: INEGI
1 Peninsula de Baja California 2 Desierto Sonorense
3 Sierra Madre Occidental 4 Sierras y Llanuras del Norte
5 Sierra Madre Oriental 6 Grande Llanuras de Norteamerica
7 Llanura Costera del Pacifico 8 Llanura Costera del Golfo Norte
9 Mesa del Centro 10 Eje Neovolcanico
11 Peninsula de Yucatán 12 Sierra Madre del Sur
13 Llanura Costera del Golfo Sur 14 Sierras de Chiapas y Guatemala
15 Cordillera Centroamericana