Der Internet-Reiseführer "Mexico erleben". Herausgeber: Web Travel Guide
5.September 2010  





Politik


Staatsform
:

Seit 1917 ist Mexiko eine föderative Republik aus 31 Bundesstaaten, die sich mit der Verfassung von Queretaro zu den Estados Unidos Mexicanos zusammenschlossen. Die einzelnen Staaten verfügen über eine eigene Verfassung und Gesetzgebung, weiterhin besitzen sie die Steuerhoheit. Jeder Staat ist wiederum in Kreise gegliedert mit kommunaler Verwaltung.
Präsident:
Der mexikanische Präsident ist mit hohen Machtbefugnissen ausgestattet: Er ist oberster Befehlshaber der Streitkräfte und Regierungschef. Seine Amtszeit beträgt 6 Jahre, ein Wiederwahl ist nicht möglich. Er wird direkt vom Volk gewählt.
Der Kongeß besteht aus 2 Kammern: Dem Senat und dem Abgeordnetenhaus. Der Senat besteht aus 128 Mitgliedern, je 2 Vertretern jedes Bundesstaates. Dem Parlament gehören 400 Abgeordnete an, die direkt vom Volk nach einem relativen Mehrheitswahlrecht gewählt werden.
Parteien:
Bis zur Amtszeit von Jose Lopez Portillo (1976-82) herrschte in Mexiko ein Einparteiensystem. Da in der PRI ("Partido Revolucionario Institucional") Probleme aber sehr offen diskutiert wurde, hat dieses System aber lange Zeit wahrscheinlich für mehr innere Stabilität im Land gesorgt als in anderen lateinamerikanischen Staaten. Die PRI war bekannt, alle Krisen unter Kontrolle zu bringen (natürlich auch auf negative weise und mit Gewalt), und auch nach Zulassung anderer Parteien unter Präsident Portillo bliebt die PRI stärkste Kraft im Lande. Diesen Zustand verdankte sie wohl vor allem der starken Korruption und Vetternwirtschaft, die auch heute noch oft den Ton angibt.
Weitere Parteien sind:
Die PAN, Partido de Accion Nacional, eine konservativ und wirtschaftlich leberale Partei. Die meisten ihrer Anhänger finden sich unter der wirtschaftlich besser gestellten Bevölkerungsschicht, die sich vor allem im nördlichen Mexiko befindet.
Die PSM, Partido Socialista Mexicana, und die PCM, Partido Communista Mexicana. Sie ist die älteste kommunistische Partei Lateinamerikas.
Weitere Parteien: FDN, PRD, PT, PVEM, PPS, PIC


Mexiko - ein Land zwischen Nord- und Südamerika:

Bundesstaaten
Staat
Fläche
(km²)
Bevölkerung
(in Tsd)
Aguascalientes
5471
720
Baja California Norte
69921
1658
Baja California Sur
73475
317
Campeche
50812
529
Chiapas
74211
3204
Chihuahua
244938
2440
Coahuila
149982
1971
Colima
5191
425
Distrito Federal
1479
9816
Durango
123181
1352
Guanajuato
30491
3980
Guerrero
64281
2622
Hidalgo
20813
1881
Jalisco
80836
5279
Estado de México
21355
9816
Michoacán
59928
3534
Morelos
4950
1195
Nayarit
26979
816
Nuevo León
64924
3086
Oaxaca
93952
3022
Puebla
33902
4118
Querétaro
11449
1044
Quintana Roo
50212
494
San Luis Potosí
63068
2002
Sinaloa
58328
2211
Sonora
182052
1822
Tabasco
25267
1501
Tamaulipas
79384
2244
Tlaxcala
4016
764
Veracruz
71699
6215
Yucatán
38402
1364
Zacatecas
73252
1278

Nicht nur geographisch, auch politisch und gesellschaftlich ist Mexiko ein Land zwischen den beiden Hälften des Kontinents. Und damit auch zwischen all den Vorstellungen und Idealen, die diese zwei Welten wiederspiegeln. Besonders mit dem nördlichen Nachbarn USA verbindet Mexiko seit jeher eine gewisse Haßliebe. Dazu tragen verschiedene Aspekte bei. Zum einen besteht eine große wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA, besonders seit der Schaffung der Freihandelszone NAFTA bietet sich hier ein riesiger Absatzmarkt für mexikanische Produkte. Aber auch mit Dienstleistung und dem gesamten Tourismussektor werden hohe Umsätze erwirtschaftet. Für US-Bürger ist Mexiko, wenn sie nicht gleich im eigenen Land bleiben wollen, ein günstiges und nahes Reiseziel. Speziell in Cancún, Acapulco und Huatulco hört man in den Sommermonaten kaum noch ein spanisches Wort. Soviel Geld all die Touristen auch bringen, genauso hart ist natürlich auch der Ausverkauf dieser Gegenden, in denen der US-Dollar völlig gängiges Zahlungsmittel ist.
Auch die politische Lage ist manchmal etwas heikel, wobei Mexiko doch meist recht konsequent seine Position vertritt. Denn Mexiko ist nicht nur Mitglied der NAFTA sondern auch (mit Kolumbien, Panama und Venezuela) der "Contadora", die die Interessen der mittelamerikanischen Staaten vertreten soll. Ein weiteres Beispiel ist die Verbindung zu Kuba, zu dem Mexiko, trotz völliger Isolation durch die USA, nie seine diplomatischen Beziehungen abgebrochen hat.
Leider setzt sich die Spaltung sogar teilweise im eigenen Land fort. Auch wenn die Mexikaner stark an ihrer eigenen - wesentlich größeren und reicheren - Kultur und Tradition festhalten liebäugeln sie doch auch gerne mit dem american way of life. Vor allem im reicheren Norden des Landes bevorzugt man immer öfter das manchmal bequemere und luxoriösere "westliche" Leben. Der ärmere Süden dagegen, der von den Tourismus-Dollars nicht viel abkriegt und meist noch von einfachem Ackerbau lebt, ist noch wesentlich stärker mit den anderen lateinamerikanischen Staaten verbunden. Die Menschen, meist indianischer Abstammung, haben die gleichen Wurzeln, haben heute die gleichen sozialen Probleme und kämpfen zusammen für das Überleben ihrer alten Kultur.